1. Die DEZA hat bereits viele öffentlich-private Partnerschaften aufgebaut. Was ist Ihrer Meinung nach der Schlüssel zum Erfolg einer Partnerschaft?
Wir sprechen hier von „Public Private Development Partnership“ (PPDP). Das erste Kriterium ist die Bereitschaft der Partner, eine „Win-Win“-Situation zu schaffen.
2. Können Sie einige Beispiele für eine solche„Win-Win“-Partnerschaft nennen?
Natürlich. Aus der Zusammenarbeit zwischen Zurich Financial Services (ZFS) und der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) entstand ein neues Mikroversicherungsmodell für Personen in prekären Verhältnissen. Dieses Konzept fusst auf dem Kerngeschäft von ZFS und wird langfristig hoffentlich gewinnbringend sein. Die Ergebnisse dieses Projekts werden dann veröffentlicht. Durch solche Projekte bietet die DEZA die Schaffung neuer Industrien und Dienstleistungen, die die Bedürfnisse von Personen in prekären Verhältnissen erfüllen. Ein Beispiel für CSR ist die Zusammenarbeit bei der Berufsausbildung von Jugendlichen aus benachteiligten Schichten in Südafrika. Dieses Projekt trägt zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit bei und verbessert die Lage am lokalen Arbeitsmarkt, gleichzeitig kommt es auch den 12 Schweizer Unternehmen und Stiftungen zugute, die daran beteiligt sind.
3. Welches sind die häufigsten Hindernisse?
Aus Sicht der DEZA gibt es diverse Hindernisse. Auf operativer Ebene können hohe Transaktionskosten anfallen und man muss zugeben, dass die interne Weitergabe von praktischem Wissen und des Potenzials von PPDP noch nicht den gewünschten Stand erreicht hat. Auf strategischer Ebene verfolgt die DEZA einen thematisch und geografisch konzentrierten, keinen „opportunity-driven“ Planungsansatz, ganz im Gegensatz zu der Vorgehensweise von Unternehmen im Falle von Entwicklungsländern.
4. Die DEZA unterhält langfristige Beziehungen zu schweizerischen NPOs, die sich für Entwicklungszusammenarbeit engagieren. Was sind Ihre Beobachtungen im Hinblick auf Partnerschaften zwischen NPO und dem privaten Sektor?
Eine ideologische Einstellung führt nur zu Konfrontationen, Anschuldigungen und Propaganda, was manchmal auch nötig ist. Doch um eine Zusammenarbeit aufzubauen, ist eine konstruktive und pragmatische Haltung ausschlaggebend. Die Bedeutung dieses Pragmatismus hat zugenommen.
Andererseits gibt es einen fundamentalen Unterschied zwischen dem Sammeln von Spenden und der Suche nach einer Partnerschaft. „Fundraising“ bedeutet, dass die Spender zwar Geld geben, sich aber nicht weiter für die Zielsetzungen und Engagements der Organisationen interessieren oder diese gar zu beeinflussen suchen. Im Gegensatz dazu will eine Zusammenarbeit die Erfahrungen, das Know-how und die Ressourcen der Partner in ein gemeinsames Projekt gewinnbringend einfliessen lassen.
5. Was sind die Tendenzen für die Zukunft?






